Mein Leben mit Pferden

Als ich 5 Jahre alt war, zog meine Familie gemeinsam mit Freunden auf einen Bauernhof. Außer Ziegen, Hühner, Enten, Kaninchen und Schafen kauften wir uns auch eine Haflingerstute.

Sunna war der Inbegriff von Gemütlichkeit und Zuverlässigkeit. Niemals werde ich das Gefühl der Glücksseeligkeit vergessen, wenn ich auf ihrem breiten Rücken saß und spazieren ritt.

Sie hat mich immer heil auf den Hof zurückgebracht.

1997 ließen wir uns im Dunkelsteinerwald nieder.  Für die nächsten Jahre begleiteten uns die drei Ponys Sissy, Susi und Sindy. Sindy war ein Mix aus Shettlandpony und Islandpferd. Ca. 7 Jahre jung und ein echtes Schlitzohr. Mit ihr bin ich oft an meine Grenzen gestoßen. Aber wir haben uns zusammengerauft, und wurden ein eingeschworenes Team.


Die kleinen Pferdchen haben einfach alles mitgemacht. Ob wir mit ihnen Winnetou und Old Shatterhand gespielt haben, mit ihnen über Baumstämme und Bäche gesprungen sind, oder sie im Winter mit einem selbstgebastelten Geschirr vor den Schlitten gespannt haben, sie waren immer mit ganzem Herzen dabei!  Wir sind meistens ohne Sattel nur mit Halfter und Strick geritten. Natürlich sind wir auch des Öfteren herunter gefallen, aber das gehörte einfach dazu!


Tja, aber irgendwann wurden wir leider zu groß für die Ponys. Schweren Herzens haben wir uns von ihnen getrennt. Es folgten ein paar Jahre ohne eigenes Pferd. Ich hatte mein erstes Pflegepferd. Einen großen Warmblutwallach mit panischer Angst vor Baggern oder LKWs. Ich nahm regelmäßig Reitunterricht und genoss das Leben in einem „richtigen“ Reitstall. Aber der Wunsch nach einem eigenen Pferd war immer da.

Gemeinsam mit unseren Nachbarn kauften wir uns dann die beiden Isländerstuten Fjalla und Skjona. Beim Proberitt hat mich Fjalla in hohem Bogen heruntergebuckelt. Und so blöd es klingt, da war für mich klar, ich will dieses Pferd! Ich habe mich immer schon zu den „schwierigeren“ Pferden hingezogen gefühlt. Das war meine Welt! Desto „schlimmer“ desto besser! Das Wort „brav“ hat mich eher abgeschreckt. Brav hieß für mich langweilig.

Als Fjalla zu uns kam, konnte sie niemand reiten. Sobald man aufsteigen wollte, buckelte sie oder schlug aus. Ich (damals noch keine Ahnung von Horsemanship) habe es mit Beharrlichkeit und Geduld schließlich geschafft, aufzusteigen und zu reiten. Von da an war das Ganze kein Problem mehr. Mit Fjalla habe ich Reiterpass und Reiternadel absolviert. Sie war ein begabtes Springperd. Und das Springen habe ich immer schon geliebt! Es ist spannend, rasant und aufregend!

Doch dann ging auch die Zeit mit Fjalla zu Ende. Meine Nachbarn wollten keine Pferde mehr, ich konnte sie mir alleine nicht leisten.

Ich machte im Sommer immer wieder Praktikas auf verschiedensten Reiterhöfen. Außer Ausmisten, füttern, Pferde bewegen, gehörte auch das Unterrichten zu meinen Aufgaben.

Im Jahre 2005, mit 20 Jahren, habe ich dann für ein halbes Jahr in Kärnten als Reitlehrerin gearbeitet. Es war eine schöne aber sehr anstrengende Zeit. Im März 2005 absolvierte ich Erfolgreich die Lizenzprüfung (R1).

 

Ende 2005 habe ich dann meinen ersten Kurs bei Martin Kreuzer gemacht. Tief berührt und aufgewühlt bin ich damals von Tirol zurückgekommen. Ich hatte einen Einblick in eine ganz andere Welt bekommen. In eine Welt, die auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Liebe aufgebaut ist. Der Virus Horsemanship hatte mich befallen. Ich wollte immer mehr wissen. Wie Pferde fühlen, denken und lernen.

 

Später hatte ich dann einen Hannoveraner Wallach als Mitreitpferd. In dem ¾ Jahr mit ihm habe ich sehr viel im Bereich Dressur gelernt. Verschiedenste Lektionen wie Schulterherein, Kruppherein, Vorderhand- u. Hinterhandwendungen, Trab- und Galopptraversalen waren mit diesem Pferd plötzlich kein Problem mehr. Natürlich durfte auch das Springen nicht zu kurz kommen! Ich habe mich bald dazu entschlossen, beim Martin die Ausbildung zur Horsemanship Trainerin zu machen. Das war es, was ich wirklich wirklich wollte. Einmal hauptberuflich mit Pferden zu arbeiten. Sogenannte „Problempferde“ heilen zu können und den Menschen zu helfen, einen besseren, schöneren Umgang mit ihren Pferden zu haben.

Anfang 2007 habe ich bei einem Ausflug ins Burgenland meine kleine Ubs kennen gelernt. Ubayana war damals 2 jährig. Ein selbstbewusstes, glückliches Pferdchen. Sie hat mein Herz erobert. Und obwohl ich damals kein Jungpferd wollte, hab ich mich für sie entschieden. Ich hatte das Gefühl, sie hat mich ausgesucht. Und ich habe es keine Sekunde bereut sie zu kaufen. Ubayana ist ein Quarter-Shagya Araber Mix. Eine interessante, gute Mischung.

 

Da ich Ubi ja noch nicht reiten konnte, kaufte ich mir gemeinsam mit einer Freundin ein Reitpferd. Scarlett, eine 12 jährige selbstbewusste, sture, waschechte Tiroler Hafistute. Der Proberitt war katastrophal. Scarlett war extrem faul und buckelte hin und wieder. Trotzdem haben wir sie gekauft. Es war einfach so ein Gefühl, dass sie zu uns möchte. Aber ein Anfängerpferd war sie ganz und gar nicht!  Scarlett war zickig, faul und hat einen großen Dickschädel.

 

Ich bin mir sicher, dass sie einige nicht sehr schöne Sachen in ihrem Leben erlebt hat. Sie zeigte Ansätze von Headshaking, Angst vor dem Zügel und hatte Satteldruck. Mit viel Geduld und konsequentem Training, entwickelte sie sich zu einem angenehmen Freizeitpartner. Sie ist sanfter und kompromissbereiter. Die Umstellung aufs Westernreiten tat ihr auch sehr gut. Im Juni 2009 habe ich Scarlett an einen sehr schönen Platz verkauft, um mich ganz der Ausbildung meiner Ubi widmen zu können. Denn sie ist mein absolutes Traumpferd und begeistert mich immer wieder aufs Neue! 

 

Von September 2010 bis Februar 2011 war ich in Boise, der Hauptstadt von Idaho. Ich habe dort auf einer Painthorseranch mitgearbeitet und Pferde trainiert. In Zusammenarbeit mit einem Trainer habe ich mich vor allem

im Bereich Jungpferdetraining, Reining und Trail weitergebildet. Seit März 2011 bin ich wieder in Niederösterreich, voller neuer Ideen und Motivation, und ab sofort im Großraum St. Pölten unterwegs.

 

Pferde sind wundervolle und faszinierende Wesen!

 

Und ich kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen!